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REHAU betreibt auf der Basis von LANSA ein ERP-System in 23 Sprachen

REHAU AG+Co logoREHAU AG & Co. ist ein weltweit führender Systemhersteller in den Geschäftsfeldern Bau, Automotive und Industrie. REHAU hat ALN, ein LANSA-ERP-System, entwickelt und betreibt dieses auf mehr als 20 iSeries-Maschinen in 23 Sprachen. Das System wird von den Mitarbeitern an 170 Orten weltweit genutzt. Geschäftspartner haben einen Web-Zugriff. LANSA Integrator unterstützt Web-Services und XML-Transaktionen mit Dritt-Systemen und SAP-Financials.

Thomas Luckner, Teamleiter der iSeries-Entwicklung bei REHAU, erklärt: „Um eine Vorstellung von der Systemgröße zu bekommen – ALN umfasst 1500 Dateien, 18000 Felder und 9500 Programme. Das Team für die Entwicklung und Wartung des Systems besteht aus sechs LANSA-Entwicklern und einem Trainee. Diese Zahlen vermitteln einen Eindruck über die Produktivität unseres Teams und die LANSA-Lösung.”

„Mit einem Team von sechs Entwicklern und einem Trainee haben wir ein umfassendes ERP-System entwickelt und führen heute die entsprechende Wartung durch. Der Roll-Out erfolgte weltweit auf über 20 iSeries-Maschinen in 23 Sprachen.”

  1. Der Austausch des vorhandenen ERP‑Systems
  2. Das neue ERP-System
  3. “Self-Service” und M2M-Erweiterungen
  4. Eine praxisnahe und produktive Lösung
  5. Unternehmens- und Systeminformationen

Der Austausch des vorhandenen ERP‑Systems

Das REHAU iSeries-Entwickler-Team: (von links nach rechts) Hintere Reihe: Hr. Dietzel, Hr. Herold und Hr. Schwotzer.
Das REHAU iSeries-Entwickler-Team:
(von links nach rechts) Hintere Reihe:
Hr. Dietzel, Hr. Herold und Hr. Schwotzer.
Vordere Reihe: Hr. Luckner, Hr. Greim
und Hr. Watzlawzyk.

In den frühen Neunzigern hat REHAU die Kapazität seiner IT-Infrastruktur analysiert, um das schnell wachsende globale Geschäft weiter zu unterstützen. REHAU verfügte über zahlreiche iSeries-Maschinen, eine in jedem Land, in dem das operative Geschäft abgewickelt wurde, und einige im Head-Office.

„Auf den lokalen Maschinen wurde ein altes COBOL-basiertes ERP-System betrieben, welches von IBM S/36-Maschinen stammte und wiederum seine Wurzeln in einem älteren Sales- und Distribution-System hatte. Es verfügte über keine eigene Datenbank und bot nur eingeschränkte Funktionalitäten. Darüber hinaus war es nicht dafür ausgelegt, mehrsprachige Umgebungen zu unterstützen”, erklärt Luckner.

„Wir haben uns Lösungen von verschiedenen ERP-Anbietern angeschaut, mussten jedoch dabei feststellen, dass es sehr teuer ist, eine Lösung für derartig viele Systeme zu lizenzieren. Darüber hinaus passte keine der Lösungen hinsichtlich der benötigten Funktionalitäten richtig. Also erschien es uns wirtschaftlich sinnvoll, unsere eigene Lösung zu entwickeln.”

„Wir initiierten ein Projekt, in dem das ERP-System komplett überarbeitet und neu entwickelt wurde. Wir starteten mit Synon, mussten jedoch nach einem Jahr feststellen, dass dieses zu statisch war und dass wir diesen Weg besser nicht weiter verfolgen sollten.”

„1996 war es nicht mehr sicher, dass wir weiter mit iSeries-Systemen arbeiten würden. Wir stellten uns vor, dass unsere kleineren Niederlassungen mit PC-Servern arbeiteten, während unsere größeren Niederlassungen weiterhin auf der iSeries verbleiben. So suchten wir nach einem Tool, das verschiedene Plattformen unterstützt, und zwar auf der Basis ein und derselben Software.”

„Hier stießen wir auf den Anbieter LANSA. Ein weiteres Plus für LANSA war die kurzfristige Verfügbarkeit des LANSA-Web-Entwicklungs-Tools, weil wir wussten, dass wir im weiteren Verlauf des Projektes unseren Kunden einen Zugriff auf das System über das Web einrichten wollten”, erläutert Luckner.

„Wir haben uns für LANSA entschieden, weil die Software in der Lage ist, von einer einzigen Applikation heraus unterschiedliche Plattformen und Sprachen zu unterstützen.”

Das neue ERP-System

Schirm 1REHAU startete das Projekt für den Neuaufbau des ERP-Systems mit LANSA im Jahr 1996. Dieses wurde in einer PC-Umgebung entwickelt: anfangs mit LANSA PC/X on OS2, welches zu LANSA for Windows weiterentwickelt wurde und heute unter Visual LANSA bekannt ist. „Wir erstellten den Code, führten Tests und das Debugging auf Basis von Visual LANSA in der Windows-Umgebung durch und übertrugen dann die Applikation auf die iSeries. „Die Entwicklung in Windows-Umgebungen ist einfacher und weitaus produktiver, und die Kompilierungszeiten sind wesentlich kürzer”, so Luckner.

Luckner und ein weiterer Entwickler verwendeten das Modellierungs- und Prototyping-Werkzeug LANSA RUOM (Rapid User Object Method), um den ersten Teil des ALN-ERP-Systems zu generieren. Auf dieser Basis wurden alle Datei- und Felder-Definitionen, Business-Rules und Validierungen, Nachrichten, Hilfe-Texte sowie die gesamten grundlegenden Eingabe-, Änderungs-, Such- und Anzeigeprogramme erstellt.

ALN wurde danach weiter ausgebaut und verfeinert, um 1998 für eine kleine Niederlassung in Belgien erstmalig in Betrieb genommen zu werden — nur zwei Jahre nach Beginn des Projektes.

In den folgenden Jahren erfolgte der Roll-Out des neuen Systems für die meisten der 170 REHAU-Niederlassungen, in 23 Sprachen. Dieser Prozess umfasste viele iSeries-Maschinen, die zwischenzeitlich teilweise rezentralisiert wurden. ALN unterstützt weltweit tausende interne User.

REHAU setzt die mehrsprachige Ausrichtung der LANSA-Lösung für die Speicherung von Feldeinträgen, Nachrichten und System-Variablen in 23 verschiedenen Sprachen ein, u.a. in Deutsch, Englisch, Französisch, Holländisch, Russisch, Spanisch, Türkisch, Griechisch, Mazedonisch, Finnisch, Dänisch und vielen anderen. REHAU verfügt über eigene automatisierte Übersetzungsroutinen, die die LANSA-Dateien bearbeiten.

„Der Aufwand, Standards und detaillierte Programmvorlagen zu erstellen und die Komponenten und Definitionen im LANSA Repository zu speichern, zahlt sich wirklich aus. Es steigert die Entwicklungsproduktivität und ermöglicht die Erstellung qualitativ hochwertiger Programme, die sich durch einheitliche Struktur und einheitliches Verhalten auszeichnen, was es wesentlich einfacher macht, den Endbenutzer zu trainieren”, erklärt Luckner.

ALN verfügt über Module für die Angebotserstellung, Auftragsabwicklung, Abrechnung, CRM, Lagerverwaltung, Versandsteuerung, Disposition, Frachtabwicklung, Verkauf, Lieferanten-Management, Just-in-Time-Auftragsgenerierung und EDI-Schnittstellen für Bestellung, Abrechnung und Disposition.

Benutzer können zwischen der ursprünglichen ALN 5250-Oberfläche und einer Windows-Oberfläche, die mit a Refacing–Werkzeug erstellt wurde, wählen.

Obwohl ALN in einer Windows-Umgebung betrieben werden kann, hat sich REHAU nicht dafür entschieden, mit dem ursprünglichen Plan fortzufahren, PC-Server in kleinen Niederlassungen zu installieren. Dazu erklärt Luckner: „Mit der Einführung von kleinen iSeries-Modellen zu moderaten Preisen sahen wir für diesen Schritt einfach keine Veranlassung mehr. Der Betrieb der iSeries ist vergleichsweise zu PC-Servern günstiger, da diese einfacher, dezentral zu administrieren sind.”

„Das Repository von LANSA und die Templates steigern erheblich die Entwicklungsproduktivität und helfen uns dabei, qualitativ hochwertige und beständige Programme zu erstellen.”

“Self-Service” und M2M-Erweiterungen

Schirm 2Mehrere auf LANSA basierende Web-Lösungen ermöglichen den Geschäftspartnern und Außendienstmitarbeitern den Zugriff auf das ALN-System, einschließlich eines Kundenportals für Geschäftspartner und eines Mobile-Computing-Portals für mobile Mitarbeiter.

„Mit dem Schritt, unser IT-System in Echtzeit über das Web verfügbar zu machen und so den Zugriff auf die gleichen Daten, die das interne Personal nutzt, zu ermöglichen, haben wir für uns eine wesentlich höhere Transparenz erreicht”, erläutert Luckner.

REHAU setzt LANSA Integrator für eine Vielzahl von direkten M2M-Verbindungen zwischen den regionalen Niederlassungen mit seinem zSeries SAP-System und mit externen Systemen ein.

Die erste Implementierung auf Basis von LANSA Integrator war eine Verarbeiter-Suchfunktion innerhalb der REHAU-Webseite mit der Einbindung eines Web-Services von MAP24, einem Spezialisten für Karten und Routenberechnung.

Will zum Beispiel jemand REHAU-Fenster in seinem Haus installiert haben, dann kann er die Webseite des Anbieters aufrufen und ein Formular ausfüllen, das von MAP24.com gehostet wird. Die Kundeninformationen sowie die Aufstellung von sechs in der Nähe des Kunden befindlichen Verarbeitern werden an die iSeries von REHAU gesendet. Das zuständige Verkaufsbüro kontaktiert dann den interessierten Käufer oder Verarbeiter auf der Basis eines optimierten Kundenservices. LANSA Integrator wird darüber hinaus eingesetzt, überarbeitete Verarbeiterinformationen an MAP24 in XML-Format zu versenden.

REHAU setzt LANSA Integrator für den Austausch von Transaktionen in Echtzeit zwischen den Verkaufsbüros und dem zentralen SAP Financial-System auf zSeries über BizTalk Server ein.

REHAU Hauptsitze in Rehau Deutschland
REHAU Hauptsitze in Rehau Deutschland

Die lokalen iSeries-Maschinen von REHAU führen Transaktionen und den Austausch von Informationen für große Bauprojekte und Kunden durch, die sich auf viele Regionen auswirken, mit einer Kombination aus SQL-Service und Web-Services von LANSA.

LANSA Integrator wird darüber hinaus für den Austausch von Daten im CSV-Format mit Dritten eingesetzt. So können beispielsweise Unternehmen, die an die Kunden von REHAU ausliefern, ihren Versandzeitplan REHAU in einem Excel-Formular zur Verfügung stellen. Die Details werden auf Basis von LANSA Integrator in die iSeries-Datenbank importiert. Daraus resultiert eine aktuelle Lieferdatenmeldung, nach Erhalt des Kundenauftrags.

„LANSA Integrator ermöglicht uns auch den Zugriff auf eine Vielzahl von leistungsstarken Java-Klassen von Drittanbietern”, erklärt Luckner. „Das erleichtert die Erweiterung von Applikationen, ohne dass man selbst in Java programmiert. Es sind viele Klassen frei verfügbar. So haben wir zum Beispiel gerade eine Java-Klasse für die Zufall-Passwort-Generierung implementiert.”

„LANSA Integrator-Lösungen sind einfach zu implementieren und zu warten. Sie sind flexibel und robust. In der Lage zu sein, all diese Integrationsanforderungen zu erfüllen, und das mit einem einzigen Tool- und Skill-Set, ist ein enormer Vorteil”, erklärt Luckner.

„LANSA Integrator-Lösungen sind einfach zu implementieren, zu pflegen und zeichnen sich darüber hinaus durch eine hohe Flexibilität sowie Robustheit aus.”

Eine praxisnahe und produktive Lösung

Schirm 3„Es ist gut zu wissen, dass LANSA mehrere Server-Plattformen unterstützt, aber die iSeries ist und bleibt unsere bevorzugte ERP-Plattform, aufgrund ihrer Stabilität und ihrem geringen TCO”, erklärt Luckner. „Wir sind zufrieden mit unserer iSeries-Infrastruktur, und wir planen, mit ihr alle Möglichkeiten, die sich bieten, auszuschöpfen.”

„Wir entwickeln alles für die iSeries mit LANSA, und wir stellen ebenfalls ein Kundenportal und Integrationsprojekte mit unserem kleinen Team.” „LANSA ist die „Core-Solution”für uns und steht bei der Entwicklung neuer Technologien für den Betrieb auf der iSeries, wie Web-Services, an erster Stelle.

„Je größer das System, umso mehr Vorteile bietet das LANSA Repository, weil ein großer Teil der Komponenten wieder verwendet werden kann. Ohne LANSA wären wir nicht in der Lage, ein so großes System wie das unsere zu entwickeln und zu managen. Wir hätten keine Möglichkeit, den Überblick zu behalten. Mit dem LANSA Repository und den umfassenden Analyse-Möglichkeiten können wir ein so großes System, wie wir es haben, einfach managen.”

„Der Einsatz von LANSA erh��ht maßgeblich die Produktivität. Mit dem Einsatz von Templates können wir konsistente Programme in wenigen Minuten entwickeln, für die wir vergleichsweise mit COBOL Tage benötigt hätten.”

„Mit einem Team von sechs Entwicklern und einem Trainee haben wir ein großes ERP-System entwickelt und pflegen dieses System, dessen Roll-Out sich auf über 20 iSeries-Maschinen weltweit in 23 Sprachen erstreckte.”

„Ohne LANSA wären wir nicht in der Lage gewesen, ein so umfassendes System wie das unsere zu entwickeln und zu managen.”

Unternehmens- und Systeminformationen

REHAU AG+Co logo
  • REHAU AG & Co., mit Hauptsitz in Rehau, wurde 1948 gegründet und ist ein weltweit führender Systemhersteller in den Geschäftsfeldern Bau, Automotive und Industrie. Für Investoren, Architekten, Planer sowie Handel und Handwerk ist REHAU-Bau ein kompetenter Partner in den Bereichen Fenster- und Fassadentechnik, Gebäudetechnik sowie Rohrsysteme für den Tiefbau. Das Geschäftsfeld Automotive unterstützt die Automobilbranche in ihrem Bestreben, Design, Komfort und Sicherheit systematisch zu optimieren – von der Entwicklung von Außenanbauteilen wie Stoßfängern oder Kotflügeln bis zu intelligenten Modulen im Wasser- und Luftführungsbereich. Innovative Lösungen für die unterschiedlichsten industriellen Anwendungen bietet REHAU-Industrie – von der Möbel- bis zur Hausgerätebranche.
  • REHAU beschäftigt weltweit mehr als 14.000 Mitarbeiter an über 170 Standorten. Im Jahr 2004 betrug der Umsatz der deutschen REHAU AG & Co. rund 1,08 Milliarden Euro.
  • Für weitere Informationen: www.rehau.de oder www.rehau.com.
  • Das iSeries IT-Team der Fa. REHAU besteht aus sieben Entwicklern und zwei Mitarbeitern, die eine Vielzahl iSeries-Maschinen (Modelle 170 bis 5250/830) betreuen. Ein Stab von 20 Mitarbeitern unterstützt die User vor Ort und führt Trainings durch und sammelt bzw. dokumentiert die Änderungsanforderungen der Benutzer.
  • Das LANSA-basierte ALN-ERP-System arbeitet zusammen mit SAP, Microsoft BizTalk Server und MAP24.